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4. Dezember 2008
Besonnene Reaktion der Schweizer Städte auf die Finanzkrise
Eine Umfrage des Schweizerischen Städteverbandes zeigt, dass die Schweizer Städte die Auswirkungen der Finanzkrise Ernst nehmen. Die Städte reagieren besonnen und legen mit ihren Massnahmen grossen Wert auf antizyklisches Verhalten, um die Krise zu entschärfen. Die von Bund und Nationalbank getroffenen Massnahmen betrachten die Schweizer Städte in ihrer überwiegenden Mehrheit als sinnvoll.
Die Umfrage, die der Schweizerische Städteverband zwischen dem 4. und 20. November 2008 bei seinen Mitgliedern durchführte, ermittelt eine geringe bis spürbare Betroffenheit der Schweizer Städte durch die Finanzkrise. Die grossen Städte, in denen sich die Finanzwirtschaft meist konzentriert, sind allerdings ungleich stärker betroffen als mittlere und kleinere Städte. Bei der Beurteilung der Auswirkungen geht die Hälfte der Schweizer Städte davon aus, dass sie kurzfristig neutral ausfallen, die andere Hälfte rechnet mit tendenziell negativen Auswirkungen. Mittelfristig werden die Perspektiven pessimistischer beurteilt: 87% rechnen – wohl auch aus Unsicherheit über die weitere Entwicklung – mit negativen oder eher negativen Auswirkungen.
Auswirkungen hauptsächlich auf den Finanzbereich und bei der Sozialhilfe
Die Städte erwarten, dass sich die Finanzkrise in erster Linie in ihrem Finanzhaushalt niederschlägt, dann aber auch bald bei den Sozialhilfekosten Spuren hinterlassen dürfte. Im Zusammenhang mit einer Rezession befürchten verschiedene Städte auch Auswirkungen auf die Maschinen- und Uhrenindustrie, die Bauwirtschaft und den Tourismus.
Auf die Frage nach den Reaktionen, geben die meisten Städte an, die geplanten Investitionen umsetzen oder sogar beschleunigen zu wollen. Weiter verfolgen sie die Entwicklung der Situation sehr aufmerksam – namentlich bei den Steuererträgen. Von spezifischen Massnahmen als Reaktion auf die Finanzkrise haben die Städte bisher mit wenigen Ausnahmen abgesehen. Sie legen grossen Wert auf ein antizyklisches Verhalten, um die Krise nicht noch anzuheizen.
Hohe Zustimmungsraten zu den Bundesmassnahmen
Die Mitte Oktober vom Bundesrat beschlossenen Massnahmen zur Stabilisierung des Finanzmarkts Schweiz stossen bei den Städten auf Zustimmungsraten zwischen 90,5% (Erhöhung Einlegerschutz) und 74,2% (UBS-Pflichtwandelanleihe). Weniger klar ist die Haltung hingegen gegenüber generellen Konjunkturprogrammen: Diese befürworten 42%, während 20% Konjunkturprogrammen gegenüber kritisch eingestellt sind. Bei kleineren Städten stossen derartige Programme tendenziell auf höhere Zustimmung. Zu den Massnahmen, die der Bundesrat Mitte November beschlossen hatte, macht die Umfrage keine Aussagen, weil sie zu diesem Zeitpunkt bereits im Gange war.
Bericht
"Die Finanzkrise und ihre Auswirkungen auf die Städte"
Referate:
Referat Dr. Marcel Guignard, Präsident Städteverband
Referat Renate Amstutz, Direktorin Städteverband
Weitere Informationen:
Renate Amstutz, Direktorin Städteverband, 031 356 32 32
Download Medienmitteilung:
MM 081204 Finanzkrise
Schweizerischer Städteverband
Monbijoustrasse 8
Postfach 8175
CH-3001 Bern
Telefon 031 356 32 32
Fax 031 356 32 33
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