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18. November 2011
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Tagung: Die Herausforderung «Social Media» für die öffentliche Hand
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«Social Media» gewinnen auch für die öffentliche Hand zunehmend an Bedeutung. Vermehrt nutzen nicht nur Privatpersonen, sondern auch Unternehmen und Verwaltungen die Möglichkeit, Inhalte über soziale Netzwerke zu verbreiten. Die Schweizerische Konferenz der Stadt- und Gemeindeschreiber und der Schweizerische Städteverband organisierten gemeinsam eine Tagung im Alten Spital in Solothurn, an welcher der nötige Aufwand und der mögliche Ertrag diskutiert wurde.
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Wie breit das Interesse an den Fragen rund um die neuen «Social Media» ist, zeigte die Zusammensetzung der über 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Vize-Stadtpräsidentin von Solothurn, Barbara Streit-Kofmel, und der Tagungsmoderator Mark Balsiger, Politikberater und Buchautor, konnten neben Stadt- und Gemeindeschreibern auch Behördenvertreter, Informations- und Kommunikationsbeauftragte, Informatikverantwortliche und Verwaltungsmitarbeitende aus den verschiedensten Abteilungen von Bund, Kantonen und Gemeinden begrüssen.
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Chancen und Risiken
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Viele Städte und Gemeinden machen sich heute Gedanken, ob die neuen Kommunikationsplattformen für sie von Bedeutung sind oder in Zukunft sein werden, ob es einen Nutzen aus deren Anwendung gibt oder ob es sich nur um einen Hype handelt, der einen schlecht steuerbaren Kommunikationsverlauf mit sich bringt und zusätzlich Geld kostet. Christoph Zech, Leiter E-Governement bei den Informatikdiensten Winterthur, bejahte die Relevanz für die Kommunen, sind doch inzwischen fast 3 Mio. Schweizerinnen und Schweizer jeden Monat mindestens einmal in Facebook. Um den Einsatz möglichst zielführend zu gestalten, seien allerdings gewisse Regeln zu beachten: Der Umgang mit Social Media muss gelernt werden, Social Media ist nicht gratis, Regeln müssen festgelegt werden und die neuen Kanäle müssen in eine Gesamtstrategie eingebunden sein.
Den Paradigmenwechsel von «governement-to-you» zu «governement-with-you» als Voraussetzung für den Erfolg stellte Prof. Stephanie Teufel von der Universität Fribourg ins Zentrum ihrer Ausführungen. Nur wer das Bedürfnis an sozialen Interaktionen versteht, besitzt ihres Erachtens den Schlüssel für ein erfolgreiches Erlebnis mit digitalen Sozialen Medien. Dieser Aussage konnte sich Mathias Vettiger, Verlag Blogwerk, weitgehend anschliessen. Aus seiner Erfahrung mit den in der Schweiz vorhandenen Präzedenzfällen ist die positive Einstellung, die Überzeugung von der Notwendigkeit von Social Media eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen eines Projekts. Nachher müssen die Strategie festgelegt, die Ziele definiert und die richtigen Leute mit genügend Ressourcen und Verantwortlichkeiten eingesetzt werden. Trotz der Notwendigkeit einer guten Planung darf dabei aber der den neuen Medien eigene Schwung nicht verloren gehen, ein Teil «Just do it!» sollte also immer noch dabei sein.
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Interessiert die Facebook Seite eines Politikers?
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Daniel Rossellat ist seit 2008 Gemeindepräsident von Nyon und leitet seit 35 Jahren das grösste Rockfestival der Schweiz, das Paléo-Festival. Er betreibt zwei Facebook-Seiten, eine als Privatperson «Daniel Rossellat» mit 3000 „Freunden“ und die andere als Politiker «Daniel Rossellat Syndic» mit 45 «Freunden». Trotzdem pflegt er die Seite des «Politikers» weiter, da er die Auswirkungen kennt, die veröffentlichte Informationen haben oder haben können. Doch nicht nur einzelne Politiker nutzen die neuen Möglichkeiten, auch verschiedene Städte haben bereits Lösungen in Betrieb. Drei solche Beispiele wurden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Tagung präsentiert. Die Stadt Amriswil wollte die neuen Social-Media-Kanäle einsetzen und benötigte dazu eine Strategie, für welche die Masterarbeit von Heidi Anderes, Kommunikations- und Marketingbeauftragte der Stadt, die Grundlage lieferte. In ihrem Referat zeigte Anderes auf, wie Amriswil die Umsetzung – sie setzte dazu vor allem Facebook und Twitter ein – angegangen ist. Die reinen Zahlen sind zwar noch nicht berauschend, die Dialogmöglichkeit wird aber sehr positiv aufgenommen. Erfreulicherweise wurde die Seite auch nicht als Fenster für Kritik verwendet, sondern viel mehr für positive Reaktionen und Fragestellungen.
Lausanne sammelte gemäss Christian Ruffieux erste Erfahrungen mit Social Media im Mitwirkungsverfahren zur Stadtentwicklungsprozess «Metamorphose». Für Ruffieux, als Kundenverantwortlicher der Organisations- und Informatikdienste einer Verwaltung mit 4000 Personen, steht beim Aufbau und Einsatz neuer Instrumente naturgemäss die Sicherheit des Netzes und der zugrunde liegenden Infrastruktur im Zentrum. Darüber konnte er erste Schlüsse aus den bisherigen Aktivitäten präsentieren. Bereits seit 2009 befasst sich St. Gallen mit dem Thema «Web 2.0», wobei eindeutig der gemeinsame dynamische Meinungsbildungsprozess zwischen Verwaltung und Bürgerschaft in Zentrum stand. Der Leiter der Fachstelle Kommunikation der Stadt St. Gallen, Urs Weishaupt, erklärte den Aufbau der Webseite mysg.ch und die Verwendung der verschiedenen Standardtools.
In der abschliessenden Podiumsdiskussion liessen die Referenten Daniel Rossellat und Stephanie Teufel zusammen mit Christian Mühlethaler, Stadtschreiber von Bülach, und Patrick Moeschler, Social Media Verantwortlicher bei der Swisscom, nochmals die wichtigsten Erkenntnisse des Tages Revue passieren. Vielleicht wird es, wie Vize-Stadtpräsidentin Streit-Kofmel zur Begrüssung ausführte, nicht nur in Solothurn darum gehen, «die richtige Mischung der neuen Möglichkeiten in der Kommunikation mit den bestehenden Gesprächstraditionen auf dem Samstagsmarkt zu finden.»
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