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16. Oktober 2016


Medizinische Grundversorgung: Gemeinden, Städte und Leistungserbringer fordern neue Modelle

Um die vielfältigen Herausforderungen in der medizinischen Gesundheitsversorgung bewältigen zu können, sind eine verbesserte Zusammenarbeit und neue Modelle nötig. Die Politik muss die dazu notwendigen Rahmenbedingungen und Anreize schaffen. Dies fordern der Schweizerische Gemeindeverband, der Schweizerische Städteverband, der Apothekerverband pharmaSuisse, Spitex Schweiz, CURAVIVA Schweiz sowie mfe Haus- und Kinderärzte Schweiz in einer gemeinsamen Resolution. Sie haben ihre Forderungen am heutigen Forum Medizinische Grundversorgung Bundesrat Alain Berset eingebracht.


Immer mehr Menschen in der Schweiz werden immer älter. Die Nachfrage nach ärztlichen und pflegerischen Leistungen wird in den nächsten 20 Jahren markant zunehmen. Reformen in der Langzeitpflege und bei den Ergänzungsleistungen (EL) sind Grossprojekte auf der politischen Agenda. Diese werden sich auf Gemeinden und Städte sowie auf die Leistungserbringer der Grundversorgung auswirken. Um zu klären, wie auch in Zukunft eine bedarfsgerechte, nachhaltige und finanzierbare medizinische Gesundheitsversorgung sichergestellt werden kann, haben Vertreter der Spitex, Hausärzte, Apotheken, Heime sowie Gemeinden und Städte zu einem Dialog zusammengefunden.

Interprofessionelle Zusammenarbeit verbessern


Die Organisationen sind sich einig: Es braucht eine Neuausrichtung der Versorgungsstrukturen und eine bessere Zusammenarbeit aller Leistungserbringer mit neuen Finanzierungsmodellen. Ziel sind möglichst lückenlose und effiziente Versorgungs- und Betreuungsketten. Die Gemeinden und Städte sind beim Aufbau integrierter Versorgungsmodelle sowohl im ambulanten Bereich als auch bei der stationären Pflege für ältere Menschen von grosser Bedeutung. Die Leistungserbringer sind gefordert, flexible, individuell beziehbare Dienstleistungen anzubieten. Die Nachfrage nach neuen Versorgungsmodellen wie betreutem Wohnen und nach weiteren intermediären Strukturen ist zu decken. Weiter ist ein flexibler Übergang von ambulanter und stationärer Versorgung zu gewährleisten. Damit dies alles gelingt, muss die Politik die notwendigen Rahmenbedingungen und Anreize schaffen.

Grundversorgung flächendeckend stärken


Der Schweizerische Gemeindeverband, der Schweizerische Städteverband, der Apothekerverband pharmaSuisse, Spitex Schweiz, CURAVIVA Schweiz und mfe Haus- und Kinderärzte Schweiz haben deshalb am heutigen Forum Medizinische Grundversorgung Bundesrat Alain Berset eine Resolution eingebracht. Sie fordern die Politik auf, die notwendigen Rahmenbedingungen für neue Modelle der Gesundheitsversorgung zu schaffen und alle finanziellen Fehlanreize zu beseitigen, welche die Bildung von integrierten Modellen hemmen. Dazu bedarf es der Definition, Zuweisung und Abgeltung entsprechender Koordinationsleistungen. Die Rahmenbedingungen bzw. Anreizmechanismen müssen so ausgestaltet werden, dass die Grundversorgung flächendeckend gestärkt wird. Zudem müssen die intermediären Strukturen wie das betreute Wohnen ausgebaut werden.

Pilotprojekte in verschiedenen Versorgungsregionen


Die Gemeinden, Städte und Leistungserbringer wollen die Modelle für eine integrierte Versorgung gemeinsam weiter vorantreiben. Sie werden zu diesem Zweck Pilotprojekte in unterschiedlichen Versorgungsregionen initiieren, gemeinsam weiterentwickeln und die Übernahme der erfolgreichen Versorgungsmodelle in anderen Regionen fördern.

Weitere Informationen


Jörg Kündig, Vorstandsmitglied Schweizerischer Gemeindeverband, 079 412 58 61
Renate Amstutz, Direktorin Schweizerischer Städteverband, 079 373 52 18
Marianne Pfister, Geschäftsführerin Spitex Schweiz, 079 712 50 01
Fabien Vaucher, Präsident Apothekerverband pharmaSuisse, 079 507 98 05
Daniel Höchli, Direktor CURAVIVA Schweiz, 031 385 33 48
Philippe Luchsinger, Präsident mfe Haus- und Kinderärzte Schweiz, 079 357 45 40

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