Français

Schweizerischer Städteverband
Monbijoustrasse 8
Postfach
3001 Bern
031 356 32 32
Email senden

Ein Blick zurück…

Die Gründung der Schweizerischen Städteverbandes geht auf eine Idee zurück, die an der Landesausstellung 1896 in Genf entstand. Am 22. August lud der Genfer Stadtpräsident die anderen Stadtregierungen zu einer ersten gemeinsamen Sitzung im Salon des Palais Eynard ein. In die Tat umgesetzt wurde das Vorhaben dann 1897, als der erste Städtetag in Zürich organisiert wurde.

In einer ersten Phase stand der Erfahrungsaustausch im Vordergrund und erst später verlagerte sich das Gewicht auf die Interessenwahrung gegenüber den Bundesbehörden. Schon damals war das Lobbying eine zeitaufwändige Angelegenheit, mussten doch die Städtevertreter zu Beginn des 20. Jahrhunderts offenbar „zwischen Schiebern und Geschäftsreisenden vor der Türe einzelner Herren Abteilungschefs des Bundes antichambrieren“.

In den Zwischenkriegsjahren verfolgte der Städteverband auch konsumentenschützerische Anliegen. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts kümmerte sich der Städteverband stärker um die Bundespolitik. Bereits 1940 hielt er in einer Resolution fest: «Unser Standpunkt ist der, dass wenn der Bund seinen Grundsatz aufgibt und über die Kantone hinweg den Gemeinden Pflichten auferlegt, er sie auch dann nicht vergessen soll, wenn ausserordentliche Einnahmen zu verteilen sind. Er soll viel mehr die Kantone verpflichten, einen angemessenen Beitrag an ihre Gemeinden weiterzuleiten.»

Im Zuge des tiefgreifenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandels der letzten Jahrzehnte sind sowohl die Herausforderungen an die Städte wie auch deren Bedeutung gewachsen. Heute ist festzustellen, dass die politischen Strukturen immer weniger mit den funktionalen Lebensräumen übereinstimmen. Zunehmend lassen sich Aufgaben nur über institutionelle Grenzen hinweg lösen. Für den Städteverband sind damit zentrale Anliegen verknüpft: Die Föderalismusdiskussion und die Agglomerationspolitik mit den verschiedenen Formen der Zusammenarbeit zur Problemlösung in funktionalen Räumen rückt ins Blickfeld, immer verbunden mit Fragen des Lastenausgleichs.