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Nutzung öffentlicher Räume zwischen Anspruch und Verantwortung

Sobald wir das Haus verlassen, befinden wir uns sehr rasch und mehrheitlich im öffentlichen Raum. Dabei haben die Menschen unterschiedliche Erwartungen an diesen Raum: Beispielsweise soll er sauber, sicher und jederzeit frei zugänglich sein, er soll als Verkehrsfläche, Erholungsraum oder Eventbühne zur Verfügung stehen. Die unterschiedlichen Ansprüche führen leicht zu Problemen, insbesondere wenn sie zeitlich koinzidieren oder sich gegenseitig behindern.

Der Nutzungsdruck auf den öffentlichen Raum der Innenstädte hat in den letzten Jahren stark zugenommen und mit ihm auch die Probleme. Videoeinspielungen aus der Stadt Luzern, wie Sie am diesjährigen Städtetag gezeigt werden, stehen exemplarisch für nahezu alle Schweizer Städte. Mit verschiedenen Massnahmen wird versucht, die Situation zu verbessern und zu kontrollieren. Über die Zielsetzung dieser Interventionen herrscht weitgehend Einigkeit: Der öffentliche Raum soll allen zur Verfügung stehen. Einseitige Nutzungen oder gar Missbrauch durch einzelne Gruppen sind zu vermeiden.
Professorin Barbara Zibell von der Universität Hannover zeigte in ihrem Keynote-Referat auf, dass die Idealvorstellung – der öffentliche Raum ist für alle und alles da – nie der Realität entsprach. Aufgrund der verschiedenen Ansprüche entstehen Nutzungskonflikte, die nach einer Kultur des Konfliktmanagements rufen. Mit ihren direktdemokratischen Instrumenten sind die Schweizer Städte für diese Daueraufgabe gut gerüstet, so Barbara Zibell.