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Beim «Jobtausch der Gemeindepräsidien» treffen unterschiedliche Gemeinderealitäten aufeinander. Für Thomas Iten, Gemeindepräsident von Ostermundigen, zeigt der Austausch mit dem ländlichen Riggisberg vor allem eines: Trotz unterschiedlicher Grösse und Struktur sind die Herausforderungen einer Gemeindeverwaltung erstaunlich ähnlich.
Als Gemeindepräsident von Ostermundigen beugt sich Thomas Iten über urbane Projekte wie das erste Holzhochhaus der Hauptstadtregion oder eine neue Tramlinie. Die Projekte des ländlichen Riggisbergs mögen andere Dimensionen haben – insbesondere hinsichtlich Budgets, die in einer grösseren Gemeinde naturgemäss anders aussehen als in einer kleinen. Für Iten überwiegen dennoch die Gemeinsamkeiten. Beim «Jobtausch der Gemeindepräsidien» erhielt er direkte Einblicke in die Abläufe der Gemeindeverwaltung Riggisberg. Er und sein Amtskollege Michael Bürki tauschten im Rahmen eines Projekts der Regionalkonferenz Bern-Mittelland RKBM die Perspektive und erlebten je für einen Tag das andere Gemeindepräsidium.
Wie funktioniert eine Gemeinde an einem normalen Arbeitstag? Welche Themen beschäftigen Verwaltung und Gemeinderat – und wie werden sie diskutiert? Für Iten liegt ein wichtiger Lerneffekt in den Gemeinsamkeiten. «Die Ablaufprozesse der Verwaltung in verschiedenen Gemeinden sind sehr ähnlich, etwa die Vorbereitung einer Gemeinderatssitzung», sagt er. Auch bei grundsätzlichen Fragestellungen liegen ländliche und städtische Gemeinden näher beieinander, als es auf den ersten Blick scheine. Eine Frage, die beispielsweise in beiden Gemeinden immer wieder auftauche: Wo verläuft die Trennlinie zwischen der strategischen und der operativen Ebene? Der Austausch habe ihn dafür sensibilisiert, dass auch andere Gemeinden mit ähnlichen Fragen und Herausforderungen umgehen müssen – und dass man voneinander lernen kann. Für Iten war der Perspektivenwechsel deshalb wertvoll.
Angesprochen werden auch ganz praktische Fragen. Zum Beispiel: Wie geht ein Gemeinderat mit Themen um, die nicht traktandiert sind? Gerade an solchen Situationen werde sichtbar, dass der Verwaltungsalltag nicht nur aus formalisierten Abläufen besteht, sondern auch von Kultur, Erfahrung und dem Umgang miteinander geprägt wird.
Thomas Iten schätzte den Austausch und empfiehlt ihn anderen Stadtpolitikern und Gemeindepolitikerinnen. «Es geht auch darum, dass wir in der Schweiz aufeinander achten. Nur gemeinsam kommen die ländliche und urbane Schweiz weiter.»