News
Die Mobilität ist eine zentrale Herausforderung der Schweizer Städte und Agglomerationen: Sie müssen einem wachsenden Mobilitätsbedarf gerecht werden, ihre Zugänglichkeit sicherstellen und die Stadtentwicklung steuern. Gleichzeitig müssen sie den Umstieg auf nachhaltigere Verkehrsmittel vorantreiben, die besser an die Klimaherausforderungen angepasst sind. Zu diesem Zweck unterstützen sie etwa Initiativen, welche die Rolle des Privatautos überdenken, oder schaffen Velo-Parkplätze um deren Nutzung zu erleichtern.
Mehrere Städte beteiligen sich an Initiativen zur Förderung des Umstiegs auf nachhaltigere Verkehrsmittel. Diese bestehen insbesondere in Programmen, die es den Autofahrerinnen und Autofahrern ermöglichen, vorübergehend auf ihr Fahrzeug zu verzichten. In La Chaux-de-Fonds zielt die Operation «1 Monat ohne Auto» darauf ab, dass die Bürgerinnen und Bürger ihr Auto stehen lassen. Im Gegenzug bietet die Stadt ein kostenloses Abonnement für die öffentlichen Transportmittel oder stellt E-Bikes zur Verfügung (RTS, 01.06.2026). Ein ähnlicher Ansatz verfolgt Freiburg: Hier koordiniert das Klima- und Nachhaltigkeitslabor zusammen mit Alliance SwissPass, den Freiburger Verkehrsbetrieben und der Genossenschaft 42hacks die Aktion «31 Days». Dieses Projekt bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, während eines Monats öffentliche Verkehrsmittel, Carsharing-Angebote sowie Veloverleihdienste zu testen, indem ihnen kostenlose Abonnemente zur Verfügung gestellt werden (Freiburger Nachrichten, 05.06.2026). An der «Mobilitäts-Challenge» in Luzern, die einen ähnlichen Ansatz verfolgt und ebenfalls in Partnerschaft mit 42hacks organisiert wurde, haben mehr als 1 000 Menschen teilgenommen. Die Verantwortlichen konstatierten, dass ein Teil der Freiwilligen das Auto in Zukunft bewusster nutzen möchte, während andere nach diesem Test planen, sich ein Dauerabonnement für die öffentlichen Verkehrsmittel zu kaufen (Urner Zeitung, 02.07.2026).
Verkehrsverlagerung ist von mehreren Faktoren abhängig; die Förderung der Verlagerung aufs Velo ist für viele Städte zentral. In Sursee wurde eine neue unterirdische Velostation mit 1 100 Plätzen eingeweiht. Sie ist mit Steckdosen für E-Bikes ausgestattet, bietet einen direkten Zugang zu den Gleisen und soll die Intermodalität am Bahnhof erleichtern (Luzerner Zeitung, 29.07.2026). Mit einer Belegungsrate von 88 % sind die Lausanner «Veloboxen» in Wohnquartieren sehr beliebt. Aufgrund des grossen Erfolgs plant die Stadt, die Kapazität der Veloboxen bis zum Ende des Jahres auf 1 000 Plätze auszubauen. Vevey testet dieses System derzeit im Rahmen eines Pilotprojekts (24 heures, 12.06.2026). In Wil plant der Stadtrat trotz einiger Kritik, die Veloabstellplätze am Bahnhof durch den Bau von zwei neuen unterirdischen Velostationen auf 2 200 Plätze zu verdoppeln. Ziel ist es, der wachsenden Bevölkerung der Stadt und der erwarteten Zunahme der Zahl der Bahnreisenden gerecht zu werden (St. Galler Tagblatt, 20.07.2026). Darüber hinaus wird in Basel darüber nachgedacht, bestimmte unzureichend genutzte Autoparkplätze in grosse Velostationen umzuwandeln (bz Zeitung für die Region Basel, 19.06.2026). Das Velo hat als Fortbewegungsmittel für die Menschen in der Stadt eine wichtige und wachsende Bedeutung, auch wenn es regionale Unterschiede gibt. In der Romandie ist Velofahren bisweilen noch weniger etabliert als in den Städten der Deutschschweiz (Forum RTS, 09.07.2026).
Kommentar: Manuel Nick, Vorsteher des Departements Bau, Umwelt und Verkehr, Stadt Wil
Die Organisation der zukünftigen Mobilität ist für eine wachsende Stadt wie Wil eine zentrale Aufgabe. Wir wollen, dass Menschen gut zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen oder in die Freizeit kommen – zu Fuss, mit dem Velo, mit dem Bus oder mit dem Auto. Ziel ist ein gutes Miteinander aller Verkehrsmittel und eine zuverlässige Erreichbarkeit. Die Herausforderung: Der Strassenraum ist begrenzt. Wir müssen deshalb haushälterisch mit dem verfügbaren Platz umgehen. Fuss- und Veloverkehr beanspruchen vergleichsweise wenig Raum, sind zudem nachhaltig, und werden deshalb von Stadt und Kanton gezielt gefördert.
Disclaimer: Mit dem Format «Städte in den Medien» greift der Städteverband ein für die Städte relevantes Thema auf, das die Medien in den letzten Wochen vermehrt behandelten. Der Zusammenfassung liegen die Medienbeiträge in der SSV-Presseschau zugrunde. Eine Stimme aus dem Verband ordnet aus der eigenen Warte ein. Der spezifische Kommentar muss nicht der konsolidierten Verbandsposition entsprechen.