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Die Städte wollen ihre Verkehrsräume entsiegeln und begrünen, um die Folgen der Klimaerwärmung zu mildern. Sie stossen dabei an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Die städtischen Verkehrsdirektorinnen und -direktoren fordern nun ausreichend Handlungsspielraum, um Flächen für die Klimaanpassung zu gewinnen. Massnahmen wie Tempo 30 und eine bessere Fahrzeugauslastung sind notwendig, um den Flächenbedarf des Verkehrs zu reduzieren.
Starke und lange andauernde Hitzewellen, wie sie Europa im Sommer 2026 erlebt, werden zukünftig noch häufiger und intensiver auftreten. Klimaanpassungen haben in den besonders betroffenen Städten Priorität. Um Flächen für Begrünungen und Entsiegelung freizuspielen, müssen Städte haushälterisch und klug mit der versiegelten Verkehrsfläche umgehen. Die Rezepte für einen geringeren Flächenverbrauch des Verkehrs sind bekannt: öV, Fuss- und Veloverkehr priorisieren, Autofahrten verlagern, Besetzungsgrad von Fahrzeugen erhöhen, Parkplätze optimieren und Geschwindigkeiten reduzieren.
Tempo 30 als Schlüsselmassnahme – auch für Klimaanpassung
Mit langsameren Geschwindigkeiten wie Tempo 30 lassen sich im städtischen Verkehrsraum wertvolle Flächen für seitliche Begrünungen und Baumpflanzungen gewinnen. Denn es gilt: je langsamer der Verkehr rollt, desto schmaler können Strassen gebaut werden. Auf einem Abschnitt von einem Kilometer lässt sich mit einem Wechsel von 50km/h zu 30km/h mehrere hundert Quadratmeter für die Begrünung gewinnen. Gerade auf Hauptachsen wird Tempo 30 so zur Voraussetzung für eine wirksame Klimaanpassung – nebst seinen positiven Effekten auf Verkehrssicherheit und Lärmreduktion. Der Bund und verschiedene Kantone haben in den letzten Jahren allerdings die Umsetzung von Tempo 30 erschwert. Dies steht im Widerspruch zur Notwendigkeit, Strassen und Plätze klimaangepasst auszugestalten. Die in der Städtekonferenz Mobilität SKM – eine Sektion des Schweizerischen Städteverbands – zusammengeschlossenen Verkehrsdirektorinnen und -direktoren rufen deshalb Bund und Kantone dazu auf, Tempo-30-Projekte nicht weiter unnötig zu erschweren oder gar zu blockieren (vgl. Medienmitteilung des Schweizerischen Städteverband vom 12.8.2026).
«Klimaanpassung und Verkehrspolitik müssen Hand in Hand gehen. Wer klimaangepasste und lebenswerte Städte will, muss den Strassenraum effizienter nutzen – und Tempo 30 ist dabei eine Schlüsselmassnahme», sagt Esther Keller, Präsidentin der Städtekonferenz Mobilität und Regierungsrätin Basel-Stadt.
Die Vermeidung von motorisiertem Individualverkehr und die Erhöhung der Besetzungsgrade der Fahrzeuge sind weitere entscheidende Handlungsfelder, die jedoch Weichenstellungen auf Ebene Bund und Kantone erfordern. Die Städtekonferenz Mobilität fordert in diesem Zusammenhang eine nationale Strategie, wie der Verkehr zukünftig verursachergerecht bepreist und damit besser gelenkt werden kann.
Der städtische Raum ist aufgrund der vielen versiegelten Flächen und dem begrenzten Grünraum besonders von der Klimaerwärmung betroffen. Um die Bevölkerung vor extremer Hitze zu schützen, verfolgen Städte eine ambitionierte Klimapolitik und setzen lokale Klimaanpassungsmassnahmen um: Entsiegelung versiegelter Böden, Begrünung von Flächen und Freilegung von Gewässern.