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Entwicklung nach innen: Das Beispiel Sion

12. Februar 2025 – Dank steigenden Angeboten in Bildung, Kultur und Dienstleistungen wächst Sion stark. Zwar verfügte die Stadt nie über grosse Industrieareale, die heute brachlägen und umgenutzt werden könnten; sie will sich aber trotzdem stark nach innen entwickeln. 

Vincent Kempf, Ingenieur und Stadtplaner, ist Leiter des Amtes für Stadtplanung und Mobilität der Stadt Sion, das auch für Grünflächen, Strassenbeleuchtung und Bestattungszentren zuständig ist.

 

Dank steigenden Angeboten in Bildung, Kultur und Dienstleistungen wächst Sion stark. Zwar verfügte die Stadt nie über grosse Industrieareale, die heute brachlägen und umgenutzt werden könnten; sie will sich aber trotzdem stark nach innen entwickeln. Damit einhergehend soll der öffentliche Raum aufgewertet, Grünflächen gefördert und die Landschaft erhalten werden.

 

Ein Beispiel: Eine wenig dichte, 60 Hektaren grosse Gewerbezone in der Nähe des Stadtzentrums war Gegenstand eines städtebaulichen Wettbewerbs (Gewinner: Herzog & de Meuron). Der Leitplan Ronquoz21 sieht die Schaffung einer hochwertigen dichten Mischzone und eine Kette von Parks auf einer Fläche von 10 Hektaren vor. Bei der Umwandlung kommen auch Übergangsnutzungen zum Zug. Es entstehen öffentliche Räume und erhaltenswerte Gebäude werden im Sinne der Nachhaltigkeit umgenutzt.

Ein anderes Beispiel für eine Umnutzung ist die städtische Gärtnerei, die eine Fläche von 5 Hektaren nahe dem Stadtzentrum einnahm und nun verlegt wurde, um wertvollen Platz freizumachen.

 

Neben diesen Umnutzungsprojekten versucht Sion die Innenentwicklung auch auf anderen Wegen zu erreichen. Die Totalrevision des Zonenplans und der Bauverordnung schafft Verdichtungsmöglichkeiten. Die Stadt achtet dabei darauf, dass mögliche Entwicklungen im Einklang mit dem bereits Gebauten stehen. Das geschieht durch die Einführung verbindlicher Gestaltungsbaulinien, durch den Nachweis, dass Bauprojekte ein Potential für künftige Verdichtungen bewahren, durch Dichteboni zur Förderung bestimmter Funktionen wie öffentliche Parterre-Nutzungen sowie durch den Dichtetransfer innerhalb gleichartiger Nutzungszonen, ohne einzelne Grundstückseigentümer zu benachteiligen. Aufstockungen, die zuerst anhand von Simulationen geprüft werden, sowie das Recht Gebäuden näher zueinander zu bauen, fördert die Entwicklung nach innen zusätzlich. Schliesslich sorgen qualitative Leitlinien und Quartierpläne dafür, die Verdichtung insbesondere in locker bebauten Zonen zu fördern.

 

Parallel zu diesen Ansätzen der Innenentwicklung hat die Stadt durch präzise Zielvorgaben und Renaturierungskonzepte sichergestellt, dass die Rebberge und Naturzonen erhalten bleiben. Zusätzlich wird die Anpassung der Stadt an den Klimawandel durch das ambitionierte Programm AcclimataSion unterstützt. Sion testet die darin formulierten Massnahmen vor Ort und vermittelt sie der Bevölkerung.

 

Damit eine verträgliche Verdichtung entsteht, hat Sion das Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel und der sanften Mobilität vor der Inangriffnahme der städtebaulichen Projekte deutlich erhöht, einhergehend mit einer Neugestaltung von Plätzen und Strassen. Dies ermöglicht es, das Zusammenleben heute und in der Zukunft zu stimulieren.

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