«Der Städteverband hat sich eine gute Basis für den Einfluss auf politische Diskussionen geschaffen.»
Eine zentrale Herausforderung für Winterthur ist laut Stadtpräsident Michael Künzle (Mitte) das Wachstum. Seit seinem Amtsantritt 2012 ist Winterthur um rund 17’000 Einwohnende gewachsen. Zusätzlich entstanden fast 10’000 neue Arbeitsplätze. Das stellt hohe Anforderungen an Planung, Mobilität, Städtebau und Freiraum. Mit der «Räumlichen Entwicklungsperspektive Winterthur 2040» erhielt die Stadt einen Kompass, um die Entwicklung strategisch zu steuern.
Weiter realisierte die Stadt unter Michael Künzles Präsidium wichtige Infrastrukturprojekte wie etwa die Brücke beim Bahnhof Grüze. Seit 2017 stärkt das «House of Winterthur» die Stadt als Wirtschaftsstandort und mit der 2018 geschaffenen Fachstelle Smart City und Nachhaltigkeit setzte die Stadt früh auf innovative Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, Wissenschaft und Bevölkerung. Ein bedeutender Pfeiler der Stadtidentität bleibt die Kultur. Künzle schuf mit einer neuen Kulturförderungsverordnung die Basis für eine sichtbare, glaubwürdige und kohärente Kulturpolitik. Winterthur konnte also unter Michael Künzles Präsidium ihre Position als Kultur-, Bildungs- und Technologiestadt weiter ausbauen. Für die Wahlen 2026 hat er nicht für eine weitere Amtszeit kandidiert.
Bereits ab dem ersten Jahr als Stadtpräsident wurde Künzle Vorstandsmitglied des Schweizerischen Städteverbands. Denn, damit sich die Städte in der Schweiz entwickeln können, müssen sie bei Bund und Kantonen gehört werden. Dabei zeigt er sich optimistisch: «Der Städteverband hat sich eine gute Basis für den Einfluss auf politische Diskussionen geschaffen und man hört in Bundesbern genau zu. Seine Bedeutung wird mit der zunehmenden Umsetzung des Art. 50 der Bundesverfassung noch zunehmen.»
Dabei sei es allerdings wichtig, dass der Verband die ganze Bandbreite der grossen und kleineren Städte vertritt. Für Winterthur und die städtische Schweiz wünscht sich Künzle, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt und die hohe Lebensqualität erhalten bleibt. Wachstum dürfe nicht einfach Verdichtung um jeden Preis bedeuten, die Städte sollen Orte von Innovation und Vielfalt bleiben, finanzielle Stabilität müsse mit kluger Prioritätensetzung gesichert werden und die Städte sollen ihre Rolle als Zentren wahrnehmen dürfen, Verantwortung übernehmen können und Brücken zwischen Stadt und Land bauen.
