Die Kultur darf nicht länger vernachlässigt werden
Seit dem Frühjahr 2025 und dem Beginn der Vernehmlassung zum Entlastungspaket des Bundes haben die Städte den Nationalen Kulturdialog NKD mehrfach genutzt, um ihren entschiedenen Widerstand gegen Kürzungen im Kulturbereich zum Ausdruck zu bringen. Inzwischen wurde das Entlastungspaket verabschiedet, und für das Jahr 2027 sind weitere Kürzungen absehbar. Diese Entwicklung bereitet den Städten grosse Sorgen. An der letzten Sitzung des Nationalen Kulturdialogs vom Montag, 4. Mai 2026, hat sich der Schweizerische Städteverband erneut gegen diese Entscheide ausgesprochen und den Mitgliedern des NKD vorgeschlagen, sich zu koordinieren, um die Auswirkungen dieser Kürzungen so gering wie möglich zu halten.
Der Bund beteiligt sich bereits heute nur zu rund 10 % an der Kulturförderung – es ist daher nicht hinnehmbar, dass dieser Anteil weiter sinkt. Kultur ist ein öffentliches Gut, gleichwertig mit Bildung. Die vom Bund vorgesehenen Kürzungen senden jedoch ein gegenteiliges Signal. Die Kulturförderung ist eine Aufgabe der öffentlichen Hand und damit aller Staatsebenen. Kultur schafft einen Mehrwert für die Wirtschaft, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Gesellschaft insgesamt.
Vor diesem Hintergrund unterstützen die Städte auch die Durchführung eines «Kulturforum Schweiz», dessen zentrale Aufgabe darin besteht, die grundlegende Rolle der Kultur in unserer Gesellschaft in Erinnerung zu rufen. Kultur sowie andere zentrale gesellschaftliche Bereiche wie Gesundheit, Bildung, Forschung, Soziales und Wirtschaft beeinflussen sich gegenseitig und sind voneinander abhängig. Die erste Ausgabe dieses Forums soll die Sichtbarkeit dieser Zusammenhänge stärken. Die Veranstaltung findet am 19. Juni 2027 in La Chaux-de-Fonds im Rahmen des Projekts «Schweizer Kulturhauptstadt» statt. Sie richtet sich an Akteurinnen und Akteure aus Kultur und Kulturförderung sowie aus Fachbereichen wie Wirtschaft, Bildung und Forschung, Soziales und Gesundheit, ebenso wie an Politikerinnen und Politiker auf allen staatlichen Ebenen.
